Der Grenzenlos e.V. – eine regionale Erfolgsgeschichte


1997
Am Anfang stand eine Weihnachtsfeier, zu der kein Gast kam. Der Aschaffenburger Gastronom Harry Kimmich
hatte die Bedürftigen der Stadt zu einem Festessen am Heiligabend eingeladen. Doch die Armen scheuten den
Weg in das gutbürgerliche Gasthaus zwischen Schloss und Stiftskirche. Die Hemmschwelle war zu hoch.

1998
Harry Kimmich, bis heute der 1. Vorsitzende des Vereins, lud Freunde und Geschäftsleute im November zu
einem „Essen gegen Kälte“ in sein Wirtshaus „ZUM FEGERER“ ein. Jeder zahlte das, was ihm das Essen
wert war. Insgesamt fast 9.000,- DM. Der Main-Echo-Artikel am nächsten Tag über diesen Benefiz-Erfolg
war Auslöser für die Gründung des Vereins.

1999
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Mit engagierten Mitbürgern gründete Harry Kimmich
im März 1999 den Grenzenlos e.V. und eröffnete das
Café Grenzenlos in der Frohsinnstraße 10. Bis heute
werden in diesen Räumen Tag für Tag bis zu 140
Menschen zu symbolischen Preisen mit warmen
Mahlzeiten und alkoholfreien Getränken versorgt.

Im Laufe des Jahres begann der Verein auch
Lebensmittel, die von Händlern aus der Umgebung
gespendet wurden, einzusammeln und an Bedürftige
weiterzugeben. Dies alles wurde in einem Nebenraum
des Cafés bewältigt.


2000
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Schnell wurde klar, dass die Versorgung mit Lebens-
mitteln auf diesem Weg nicht dauerhaft zu bewerkstelligen
war. Zu groß war der Andrang. Zum Jahrtausend-Wechsel
wurde das Kaufhaus Grenzenlos ins Leben gerufen.

In gemieteten Räumen in der Herstallstraße 35 versorgte
der Verein die Hilfsbedürftigen mit gespendeten Lebens-
mitteln. Das Diakonische Werk Untermain stellte den
Armen und Obdachlosen Kleidung, kleine Haushalts-
geräte und Spielzeug für die Kinder zur Verfügung.
Eine Kooperation, die bis heute erfolgreich funktioniert.




Eine Idee setzt sich fort

2001
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Um die dauerhafte Versorgung der ständig ansteigenden
Kundenzahl im Kaufhaus Grenzenlos sicherzustellen,
wurde der Grenzenlos-Pass eingeführt. Diesen Ausweis
erhalten nur Menschen, die ihre Bedürftigkeit
nachweisen können.

Der Verein konnte in diesem Jahr einen Sozialarbeiter
fest einstellen! Mit ihm wurde die Sozialberatung
Grenzenlos ins Leben gerufen. Das heißt, innerhalb
von drei Jahren das dritte Projekt des Vereins, das
fast vollständig durch Spendengelder finanziert wird.



2002
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Das Kaufhaus Grenzenlos platzte schnell aus allen
Nähten. Der nächste Umzug war unumgänglich.
Die Räumlichkeiten in der Kleberstraße sollten
dann für viele Jahre das „Zuhause“ des Kaufhauses
sein. Auch die Sozialberatung Grenzenlos konnte
hier in zwei eigenen Büros den Hilfesuchenden mit
Rat und Tat zur Seite stehen.

In die frei gewordenen Räume in der Herstallstr. 35
zog unser Kindernest Grenzenlos ein. Hier werden
stundenweise bis zu 10 Kleinkinder betreut.



2003 – 2007

Dies waren etwas „ruhigere“ Jahre des Vereins. Die einzelnen Einrichtungen wurden ausgebaut.
Ein erstes Kühlfahrzeug wurde angeschafft.

2005
Umzug der Sozialberatung Grenzenlos in größere Räume in der Kolpingstraße.

2007
Im Oktober erhielten wir die Baugenehmigung der Regierung von Unterfranken zur Errichtung
des Sozialzentrums Kolpingstraße.

2008

Im Oktober wurde das Sozialzentrum in der Kolpingstraße 7 eröffnet. An der Feier nahmen
u. a. unser Bürgermeister Klaus Herzog, Vertreter der Kirchen und aus dem Bereich Kultur teil.


Der Bedarf wächst weiter


2009

Der Verein kann auf erfolgreiche Jahre zurückblicken. Alle vier Projekte konnten weitergeführt
und zum Teil ausgebaut werden. Die Anzahl der Bedürftigen wächst stetig an und die Akzeptanz
des Vereins bei allen Spendern ist ungebrochen.

2010
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Bereits seit einigen Jahren fördern wir
Nachhilfeunterricht für bedürftige Kinder.
In diesem Jahr startete die Schülerhilfe in
der Kolpingschule, unter anderem mit
beaufsichtigter Hausaufgabenbetreuung.









2011
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Inzwischen holen 6 Lieferfahrzeuge täglich
5 Tonnen Lebensmittel bei über 100 Märkten
in der Umgebung ab.

Nahezu 100.000 Kunden besuchten
unser Grenzenlos Kaufhaus.







2012
Um die kulturelle Ausgrenzung Bedürftiger zu minimieren, werden von Colos-Saal und Hofgarten
Kabarett gespendete Eintrittskarten an interessierte Grenzenlos-Pass-Inhaber weitergegeben.

Der Großbrand in unserem Sozialzentrum am 11. September verursachte Sachschäden in Höhe
von mehreren 100.000 €. Die Geschäftsführung des Main-Echo-Verlags stellte uns unbürokratisch
Räume für den Übergangsbetrieb des Kaufhauses zur Verfügung. Die Unterstützung in der Bevölkerung
war überwältigend.

2013

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Im März Rückzug in unsere angestammten Räume –
auf den Tag genau 6 Monate nach der Brandstiftung.
Die schnelle Wiederherstellung war nur mithilfe
engagierter Handwerker und Helfer möglich.

Seit März unterstützen wir die Aktion Chancenwerkstatt
zur Eingliederung von Migrantenkindern durch Hausauf-
gabenbetreuung mithilfe von Studenten der Hochschule
und Abiturienten der Aschaffenburger Gymnasien.